Chiropraktik als integrative Schmerztherapie

Dr. Michael Vianin und Prof. Petra Schweinhardt haben im „Revue Médicale Suisse” einen Artikel mit dem Titel „Chiropraktik: Integrative Schmerztherapie” veröffentlicht. Darin beschreiben sie, dass die Chiropraktik als medizinischer Beruf anerkannt ist und von der Grundversicherung abgedeckt wird. Darüber hinaus stellen sie die Chiropraktik als ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung des Bewegungsapparats vor.

Schmerztherapie

Die Chiropraktik ist einer von fünf Medizinalberufen in der Schweiz. Die Ausbildung umfasst einen dreijährigen Bachelor in Humanmedizin, einen dreijährigen Master in Chiropraktik sowie eine dreijährige postgraduale Ausbildung. Seit 2008 kann die gesamte Ausbildung an der Universität Zürich absolviert werden. Seit 2019 kann zudem das letzte Masterjahr in Chiropraktik und die postgraduale Ausbildung am Universitätsspital Waadt in Lausanne absolviert werden.

Sie erklären, dass die Chiropraktik einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, der eine umfassende medizinische Diagnose einschliesst. Die Chiropraktik umfasst eine Therapie für den ganzen Körper, manuelle Therapien, Beratungen (z. B. zu körperlicher Aktivität oder Ergonomie) sowie die Ausstellung von Rezepten und Bescheinigungen (z. B. über Arbeitsunfähigkeit). Darüber hinaus arbeiten Chiropraktor:innen gut mit anderen Disziplinen zusammen.

Das zentrale Arbeitsinstrument von Chiropraktor:innen ist die manuelle Therapie, insbesondere die Manipulation mit hoher Geschwindigkeit und geringer Amplitude. In zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen wurde nachgewiesen, dass die Chiropraktik unter anderem bei Schulterbeschwerden, Hüftbeschwerden, Kniegelenksschmerzen und Verstauchungen des Sprunggelenks hilfreich ist. Die therapeutische Wirkung der Manipulation beruht vor allem auf den mechanischen und neurophysiologischen Effekten des manuellen Eingriffs. Für den Erfolg ist vor allem die Geschwindigkeit des mechanischen Handgriffs entscheidend. Durch die Manipulation wird die Beweglichkeit gesteigert und Schmerzen sowie Entzündungen werden reduziert.

Verschiedene Studien zum Schmerzmanagement zeigen, dass die manuelle Therapie im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie wirksam ist, jedoch nicht als einzelne Massnahme. Chiropraktor:innen erstellen strukturelle Diagnosen, um andere schwerwiegende Ursachen (z. B. Tumore, Infektionen oder Frakturen) auszuschliessen. Des Weiteren bieten sie den Patient:innen verschiedene therapeutische Leistungen an und koordinieren die interdisziplinäre Versorgung. Dieser integrative Ansatz fördert die Selbstständigkeit der Patient:innen und verringert die Einnahme von Schmerzmitteln. Dadurch werden Nebenwirkungen veringert und Kosten im Gesundheitswesen gesenkt.

Die Autor:innen schlussfolgern, dass die vielfältigen Kompetenzen der Chiropraktor:innen dabei helfen könnten, Hausärzt:innen zu entlasten, wenn Chiropraktor:innen vermehrt als Erstkontakt im Gesundheitswesen eingesetzt würden.

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